Schafschur in List auf Sylt

By | 3. August 2016

Schon lange hatte ich mir gewünscht bei der Schur der Sylter Schafe dabeisein zu können. In diesem Jahr passte alles, meine Termine, der Schurtermin und zum Glück auch das Wetter !

Einen Tag vor der Schur wurden alle Schafe vom Ellenbogen zusammengetrieben und eingestallt. Erst „dröpelten“ ein paar Schafe über den Deich, dann immer mehr und mit lautem Blöken und Gemähhhhhh trollten sich die Schafe über den Deich in den Pferch.  Von da aus ging es in die große Scheune, damit die Wolle trocken blieb, denn für den nächsten Tag war Regen angesagt.

Wie gut dass die Schafe im Stall waren, denn am nächsten Morgen fing es an zu regnen. So war die Wolle trocken und es konnte geschoren werden.

Ich habe mir drei Fliese reservieren lassen und freue mich schon auf den Strickurlaub im September, dann hole ich sie endlich ab.

Die Scherer und all die Helfer bauten ihre Arbeitsutensilien auf, setzten bewegliche Zäune, um die Tiere auf den richtigen Weg zu bringen.  Jungtiere, die noch nie bei der Schur dabei waren sprangen ab und zu in die Höhe, ruckelten mal hier, mal da, die Alttiere waren gelassen, blökten ab und an und warteten geduldig.

Kein Flies sah aus wie ein anderes und ich hätte am liebsten direkt eines zum spinnen mitgenommen.

Und dann ging es endlich los. Einige Tiere wurden aus dem großen Pferch in den kleinen „Vorraum“ gelassen. Ein erstes schweres Muttertier wurde liebevoll auf den Bock gehoben, vom Scherer fachmännisch in Empfang genommen und das erste Schaf wurde geschoren.

Geduldig hielt es still, mir schien es, dass es froh war, die schwere Wolle los zu werden.